Dr. med. Rudolf Schlag
Dr. med. Björn Schöttker

Fachärzte für Innere Medizin,
Hämatologie und
internistische Onkologie

Dr. med. Joachim Haas

Facharzt für Innere Medizin,
Hämatologie,
internistische Onkologie
und Palliativmedizin

Behandlungen mit Chemotherapien können Begleiterscheinungen haben. Hier finden Sie bewährte Tipps und Maßnahmen zu folgenden Themen auf unseren Patienten-informationsblättern:
>> Durchfall (Diarrhoe)
>> Hand-Fuß-Syndrom und Nagelveränderungen
>> Nervenschädigungen (Polyneuropathie)
>> Schlafstörung
>> Schleimhaut-Entzündung und Mundtrockenheit
>> Übelkeit / Erbrechen / Appetitlosigkeit
>> Verstopfung (Obstipation)

Durchfall (Diarrhoe)

  • Achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, damit der Flüssigkeitsverlust aufgrund des Durchfalls ausgeglichen wird.
  • Pro Tag sollten Sie 2 – 3 Liter trinken
  • Warmes Wasser, Tee oder Gemüsebrühe werden meist besser vertragen als Kaltgetränke
  • Nehmen Sie mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten zu sich um das Verdauungssystem nicht zu überlasten

Hand-Fuß-Syndrom und Nagelveränderungen

  • Achten Sie auf eine gute Hautpflege mit fettenden Salben.
  • Vermeiden Sie warme Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung
  • Gekühlte Getränke sind besser als Warme
  • Halten Sie Ihre Hände und Füße so oft als möglich unbedeckt
  • Duschen Sie kurz und nicht zu heiß. Zum Abtrocknen benutzen Sie bitte weiche Tücher. Nicht reiben, besser ist trocken tupfen!
  • Vermeiden Sie scharfe Reinigungsmittel und Körperpflegemittel auf Alkoholbasis sowie mit ätherischen Ölen.
  • Gönnen Sie Ihren Händen und Füßen Ruhe. Wenn Sie mit den Händen arbeiten, ziehen Sie am besten Baumwollhandschuhe an.

Nervenschädigungen (Polyneuropathie)

  • Inspizieren und pflegen Sie ihre Füße regelmäßig
  • Lassen Sie die betroffene Region, insbesondere die Füße, regelmäßig von Ihrem Arzt kontrollieren, damit bei zunehmenden Symptomen rasch gehandelt werden kann.
  • Achten Sie unbedingt auf passendes Schuhwerk. Zu enge Schuhe können Druckstellen und Wunden verursachen, die aufgrund der Nervenschädigung nicht wahrgenommen werden
  • Haben Sie Schmerzen durch die Nervenschädigung, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Es gibt geeignete Mittel, um Ihnen zu helfen.

Schlafstörung

  • Führen Sie ein Schlafprotokoll
  • Halten Sie einen regelmäßigen Tag- und Nachtrhythmus ein und halten Sie ein Abendritual ein
  • Nehmen Sie Ihre Abendmahlzeit nicht zu spät ein und nehmen Sie Abends nur leichte Kost zu sich
  • Machen Sie einen Abendspaziergang
  • Richten Sie Ihr Schlafzimmer gemütlich her
  • Vermeiden Sie aufregende Unterhaltungen oder Fernsehsendungen am Abend

Schleimhaut-Entzündung und Mundtrockenheit

  • Vermeiden Sie eine mechanische Schädigung der Schleimhaut. Benutzen Sie bitten eine weiche Zahnbürste
  • keine chemischen Reize (Alkohol, Nikotin oder alkoholische Mundspüllösungen)
  • Meiden Sie heiße oder kalte Nahrungsmittel
  • Zu scharf gewürzte Speisen oder säurehaltige Nahrungsmittel
  • Achten Sie auf Mundhygiene (gehen Sie bitte vor Beginn der Therapie zum Zahnarzt)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Übelkeit / Erbrechen / Appetitlosigkeit

  • Essen Sie das, auf das Sie Appetit haben, wenn Ihnen übel ist, müssen Sie nicht essen
  • Bewährt haben sich 5 – 6 kleine Mahlzeiten täglich während des Therapiezeitraums
  • Fasten hat sich nicht bewährt
  • Essen Sie in Gesellschaft
  • Vermeiden Sie Essensgerüche
  • Vor dem Aufstehen trockenes Brot, Kekse oder Reiswaffeln helfen gegen Übelkeit
  • Kalte Speisen werden oft besser toleriert
  • Essen Sie vor der Chemotherapie nicht Ihre Lieblingsspeise. Sie könnten eine Abneigung dagegen entwickeln.
  • Setzen Sie Appetitreize durch einen Aperitif vor dem Essen und verteilen Sie Snacks in der Wohnung.
  • Während der Chemotherapie werden Milch und Milchprodukte schlecht vertragen. Besser verträglich sind Sauermilchprodukte wie Kefir oder Naturjoghurt.
  • Spazierengehen zwischen den Mahlzeiten entlastet den Körper, da er an der frischen Luft vermehrt Sauerstoff aufnimmt und die Verdauungsorgane bei der Bewegung sanft von innen massiert werden.

Verstopfung (Obstipation)

  • Bewegen Sie sich ausreichend. Durch eine vertiefte Atmung wird das Zwerchfell, unser Hauptatemmuskel, intensiv bewegt. Er liegt wie ein Dach auf dem Darm und stimuliert durch seine rhythmische Bewegung die Darmtätigkeit, was zu einem besseren Transport des Nahrungsbreis führt. Geeignet hierfür sind Radfahren und zügiges Spazierengehen.
  • Nehmen Sie einen hohen Anteil von Ballaststoffen mit Ihrer Ernährung auf. Diese binden Wasser und vergrößern so das Volumen des Darminhaltes, wodurch er schneller transportiert wird.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter).
  • Grobe Rohkost kann während einer Chemotherapie schwer verdaulich sein. Versuchen Sie es stattdessen mit fein gemahlenem Vollkornbrot und Naturreis.
  • Backpflaumen (3 Stück), die am Tag zuvor in ein Glas Wasser eingeweicht werden, haben sich bei Verstopfung bewährt. Verzehren Sie sie zusammen mit dem Einweichwasser, am besten vor dem Frühstück.
  • Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie Bananen oder gekochte Kartoffel.